Sankt Petersburg – Tallinn – Helsinki

Ostseemetropolen

Sankt Petersburg: Fenster nach Europa

Lediglich etwas mehr als 300 Jahre ist Sankt Petersburg alt und blickt trotzdem auf eine bewegte Geschichte zurück. Zar Peter der Große plante die Stadt während des Nordischen Krieges, um dem Russischen Reich zu seinem einzigen eisfreien Hafen zu verhelfen. Zehntausende Arbeiter wurden zwangsverpflichtet, die neue Hauptstadt zu bauen. Sankt Petersburg sollte durch seine westliche Lage zu Russlands „Fenster nach Europa“ werden. Bedeutende italienische, französische und deutsche Architekten trugen zum prachtvollen Erscheinungsbild der Stadt an der Newa bei.

Das heutige Petersburg schmücken prächtige Baudenkmäler und Paläste der Zarenzeit; die andere russische Städte prägende Sowjetzeit hat im Stadtkern kaum Spuren hinterlassen. Hinzugekommen sind die Probleme einer Metropole im Aufbruch: Nach wie vor wohnen über eine halbe Million Menschen in Kommunalwohnungen, oft glänzen nur die Fassaden im Stadtzentrum, während die Hinterhöfe und die Schlafstädte am Stadtrand dringend einer Grundrenovierung bedürfen.

Tallinn: Zwischen Holzhäusern und Cyberspace

Tallinn ist die dynamischste der drei baltischen Hauptstädte: in den Ministerien sitzen die weltweit jüngsten Politiker, die Bürokratie ist fast papierfrei und in der ganzen Stadt hat man freien Zugang zum Internet. Neben hundert Jahre alten Holzhäusern stehen glitzernde Hochhäuser, die von Stararchitekten entworfen wurden und die mittelalterliche Altstadt hat sich schick herausgeputzt. Einzelne Stadtviertel sind schon gentrifiziert, andere noch im Umbruch. Die Wirtschaftskrise von 2008 hat dem „baltischen Tiger“ zwar einen Schlag versetzt, aber nicht bezwingen können. In stillgelegten Industriegeländen sitzen hippe Medienbüros neben Nichtorganisierungsorganisationen, in denen junge Menschen arbeiten, die sich gesellschaftspolitisch und sich für ihre Stadt und ihr erst seit kurzem unabhängiges keines Land engagieren.

Helsinki: Weiße Stadt des Nordens

Gegründet wurde Helsinki ursprünglich als Konkurrenzhafen zur alten Hansestadt Reval, dem heutigen Tallinn auf der gegenüberliegenden Seite des Finnischen Meerbusens. Die finnische Hauptstadt ist heute mit Abstand die größte Stadt Finnlands und nicht nur bekannt für ihre Kirchen oder ihr klassizistisches Zentrums.  Helsinki  war schon Welthauptstadt des Design und auch aktuell liegt diese junge innovative Metropole voll im Trend.

Möglcher Programmablauf

1. Tag | Anreise nach St. Petersburg

  • Individuelle Anreise nach St. Petersburg
  • Treffen aller Reiseteilnehmer/innen im Hotel und Begrüßung durch die Reiseleiterin
  • Abendessen mit Programmvorstellung
  • „Venedig des Nordens“ – St. Petersburg aus der Wasserperspektive: Abendliche Bootsfahrt auf den Kanälen der Stadt mit Ausfahrt auf die Newa
  • Übernachtung in St.Petersburg

2. Tag | Annäherung an Sankt Petersburg

  • Stadtspaziergang durch das Zentrum der Stadt: „Petersburger Mythen und Legenden“ (Schlossplatz, Admiralität, Isaaks-Kathedrale, Eherner Reiter, Nevskij-Prospekt, Blut-Erlöser-Kathedrale usw.)
  • Gemeinsames Mittagessen
  • Stadtrundfahrt auf die Petrograder Seite. Besichtigung der Peter-Paulsfestung mit Beerdigungskathedrale der Zaren
  • Übernachtung in St.Petersburg

3. Tag | Leningrad im 2. Weltkrieg

  • Besuch und Führung im Blockademuseum
  • Fahrt zum Piskarewskoje-Gedenkfriedhof für die Opfer der Leningrader Blockade
  • Gemeinsames Mittagessen
  • Gespräch mit einer Vertreterin der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ über die Situation der Zivilgesellschaft in Russland
  • Übernachtung in St.Petersburg

4. Tag | Literarisches Sankt Petersburg

  • Besuch des Dostojewskij Museums
  • Literarischer Stadtspaziergang auf den Spuren der Helden Dostojewskijs mit einer Literaturwissenschaftlerin
  • Gemeinsames Mittagessen
  • Besuch und Führung im Anna-Achmatowa Museum im Fontänenhaus
  • Besuch einer Opern- oder Ballettaufführung (fakultatives Angebot)
  • Übernachtung in St.Petersburg

5. Tag | Glanz und Schatten

  • Abfahrt per Bus nach Puschkin: Besuch des Katharinenpalastes mit Bernsteinzimmer
  • Spaziergang durch den Schlosspark
  • Gemeinsames Mittagessen in Zarskoe Selo
  • Besuch eines Obdachlosenprojektes
  • Übernachtung in St.Petersburg

6. Tag | Russland aktuell

  • Gespräch mit einem Journalisten über die aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Situation in Russland und St. Petersburg
  • Gemeinsames Mittagessen
  • Zeit zur freien Verfügung; Gelegenheit zum Besuch der Eremitage oder des Russischen Museums (fakultatives Angebot)
  • Am Nachmittag: Bahnfahrt nach Tallinn
  • Übernachtung in Tallinn

7. Tag | Tallinn historisch

  • Stadtführung durch die historische Ober- und Unterstadt
  • Gemeinsames Mittagessen und Round Table-Gespräch über die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in Estland
  • Zeit zur freien Verfügung: Möglichkeit zum Besuch des Parks Kadriorg mit  dem KUMU-Kunstmuseum (fakultatives Angebot)
  • Übernachtung in Tallinn

8. Tag | Tallinn modern: Zwischen Holzhäusern und Cyberspace

  • Eine Stadt im Wandel – thematische Busfahrt an die Peripherie (Pirita, Kolpi, Kalamaja, Meeresmuseum)
  • Gemeinsames Mittagessen
  • Besuch eines Stadtteilprojektes und Gespräch mit Vertretern verschiedener NGOs
  • Im Anschluss Zeit für eigene Erkundungen
  • Übernachtung in Tallinn

9. Tag | Tallinn – Helsinki

  • Sowjetische Bestzung: Führung durch das Okkupationsmuseum in Tallinn
  • Fährüberfahrt nach Helsinki
  • Gemeinsames Abendessen in Helsinki
  • Gelegenheit zu einem traditionellen Saunabesuch (fakultatives Angebot)
  • Übernachtung in Helsinki

10. Tag | Helsinki – Weiße Stadt des Nordens

  • Geführter Stadtrundgang durch Helsinki: u.a. Senatsplatz mit Dom, Marktplatz, Felsenkirche, Finlandia-Halle, Uspenski-Kathedrale, Kapelle der Stille
  • Mittagessen im Stadtzentrum
  • Hauptstadt des Design: Treffen und Gespräch mit einer Künstlerin
  • Übernachtung in Helsinki

11. Tag | Helsinki auf eigene Faust / Abreise

  • Zeit für eigene Erkundungen, z.B. Besuch des Freilichtmuseums Seurasaari oder des Museums für zeitgenössiche Kunst Kiasma
  • Individuelle Abreise

Leistungen

  • 10x Übernachtung mit Frühstück in zentral gelegenen Mittelklassehotels; Doppelzimmer (Einzelzimmer gegen Aufpreis) mit Dusche oder Bad und WC
  • 10x Mittag- oder Abendessen in wechselnden landestypischen Restaurants
  • Sämtliche Kosten (außer fakultative Angebote) im Rahmen des genannten Programms: Stadtführungen, Referenten, Eintrittsgelder, Transfers
  • Visagebühr Russland
  • Eigene Reiseleitung während des gesamten Aufenthaltes
  • Vorbereitungsmaterial und Sicherungsschein